Das Rosenholzöl-Glossar: 100+ Fachbegriffe von A bis Z

Dieses Glossar definiert die wichtigsten Fachbegriffe rund um Rosenholzöl. Jeder Eintrag verlinkt auf den Artikel, der das Thema vertieft.

A

Aniba rosaeodora — Botanischer Name des Amazonas-Rosenholzbaums (Familie Lauraceae). Erstbeschreibung 1925 durch Adolpho Ducke. Steht unter CITES Anhang II Schutz. → Botanik-Monografie

Aniba duckei — Synonym für Aniba rosaeodora, eingeführt von Kostermans 1938. Heute als dieselbe Art betrachtet. → Nomenklatur-Klärung

Aromatherapie — Therapeutische Verwendung ätherischer Öle. Rosenholzöl wird primär für anxiolytische Wirkung eingesetzt. → Aromatherapie-Leitfaden

Autooxidation — Spontane Reaktion von Linalool mit Luftsauerstoff. Bildet Linaloolhydroperoxide, die das Sensibilisierungspotenzial erhöhen. → Lagerung

α-Copaen — Sesquiterpen, charakteristisch für Aniba rosaeodora. Fehlt in Ho-Holzöl. Wichtiger Authentizitätsmarker. → Chemische Zusammensetzung

α-Terpineol — Monoterpenalkohol, Nebenkomponente (1–4 %). Fliederartige Süße. Fehlt in synthetischem Linalool. → Chemische Zusammensetzung

B

BDNF — Brain-Derived Neurotrophic Factor. Protein für Neuroplastizität. Linalool-Inhalation kann die BDNF-Expression fördern. → Therapeutische Eigenschaften

Blattdestillation — Gewinnung von ätherischem Öl aus Blättern und Zweigen lebender Bäume. Nachhaltige Alternative zur Holzdestillation. → Holz- vs. Blattdestillation

Bois de Rose — Französische Bezeichnung für Rosenholz. Historisch aus Französisch-Guayana stammend. → Nomenklatur-Klärung

Brechungsindex — Physikalisch-chemischer Kennwert. ISO-Norm für Rosenholzöl: 1,462–1,474 bei 20 °C. → Reinheitsmarker

β-Elemen — Sesquiterpen in Rosenholzöl. Zusammen mit α-Copaen verantwortlich für den „Bois”-Charakter. → Chemische Zusammensetzung

C

CITES — Convention on International Trade in Endangered Species. Internationales Artenschutzabkommen. Rosenholz steht seit 2010 im Anhang II. → CITES erklärt

Chirale Analyse — Methode zur Bestimmung des Enantiomerenverhältnisses von Linalool. Unterscheidet natürliches von synthetischem Linalool. → Testmethoden

CO₂-Extraktion — Überkritische Extraktion mit Kohlendioxid. Niedrigere Temperaturen als Dampfdestillation. Für Rosenholz noch experimentell. → Neue Extraktionstechniken

Cinnamomum camphora — Kampferbaum. Die Varietät linaloolifera liefert Ho-Holzöl. → Rosenholz vs. Ho-Holz

D

Destillation — Verfahren zur Gewinnung ätherischer Öle. Für Rosenholz: Wasserdampfdestillation. → Wasserdampfdestillation

Dichte — Physikalisch-chemischer Kennwert. ISO-Norm: 0,870–0,890 g/ml bei 20 °C. → Reinheitsmarker

Diffuser — Gerät zur Raumbeduftung. Ultraschall-Diffuser oder Vernebler empfohlen. → Diffuser-Guide

E

Ecocert — Bio-Zertifizierung für ökologische Produktion. Betrifft Anbau, nicht CITES-Konformität. → Zertifizierungen

Enantiomere — Spiegelbildliche Molekülformen. Linalool: (R)-(-) und (S)-(+). In Rosenholzöl dominiert (R)-(-) mit > 85 %. → Chemische Zusammensetzung

Endangered — IUCN-Gefährdungskategorie für Aniba rosaeodora seit 1998. Bestätigt 2021. → CITES erklärt

F

Florentiner Vase — Auffangbehälter in der Destillation. Trennt ätherisches Öl vom Hydrolat. → Wasserdampfdestillation

Fraktionierung — Gezielte Abtrennung bestimmter Destillationsfraktionen. Kann Qualität verbessern oder verschlechtern. → Produktionsmethoden

G

GABA — Gamma-Aminobuttersäure. Hemmender Neurotransmitter. Linalool wirkt über GABA-A-Rezeptoren anxiolytisch. → Therapeutische Eigenschaften

GC/MS — Gaschromatographie/Massenspektrometrie. Goldstandard der Qualitätsprüfung ätherischer Öle. → GC/MS-Analyse verstehen

Geraniol — Monoterpenalkohol (0,5–3 %). Verleiht Rosenholzöl den roséartigen Charakter. → Chemische Zusammensetzung

Greenwashing — Irreführende Nachhaltigkeitsbehauptungen ohne Nachweis. → Zertifizierungen

H

Ho-Holzöl — Ätherisches Öl von Cinnamomum camphora var. linaloolifera. Häufigste Substitution für Rosenholzöl. → Rosenholz vs. Ho-Holz

Holzdestillation — Historische Gewinnungsmethode. Baum wird gefällt. Nicht nachhaltig. → Holz- vs. Blattdestillation

Hydrolat — Pflanzenwasser als Nebenprodukt der Destillation. Enthält wasserlösliche Aromaverbindungen. → Wasserdampfdestillation

I

IBAMA — Instituto Brasileiro do Meio Ambiente. Brasilianische Umweltbehörde. Reguliert Rosenholzernte und CITES-Export. → CITES erklärt

IFRA — International Fragrance Association. Setzt Sicherheitsstandards für Duftstoffe. → Sicherheitsleitfaden

INPA — Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia. Forschungsinstitut in Manaus. Zentrum der Rosenholzforschung. → Wiederaufforstung

IRMS — Isotopenverhältnismassenspektrometrie. Fortschrittlichste Methode zur Authentizitätsprüfung. → Testmethoden

ISO 3761 — Internationale Norm für Rosenholzöl (Brazilian type). Definiert Qualitätsparameter. → Reinheitsmarker

IUCN — International Union for Conservation of Nature. Führt die Rote Liste gefährdeter Arten. → CITES erklärt

K

Kampfer — Verbindung in Cinnamomum camphora. In Rosenholzöl nicht natürlich vorhanden. Negativer Marker: > 0,5 % deutet auf Ho-Holz hin. → Reinheitsmarker

Kopfnote — Erste Phase des Duftprofils (0–30 min). Bei Rosenholzöl: frisch, zitrusartig. → Geruchsprofil

L

Lauraceae — Lorbeergewächse. Pflanzenfamilie, zu der Aniba rosaeodora gehört. Auch Lorbeer, Zimt und Kampfer. → Botanik

Linalool — Acyclischer Monoterpenalkohol (C₁₀H₁₈O). Hauptbestandteil von Rosenholzöl (80–93 %). Anxiolytisch, entzündungshemmend, antimikrobiell. → Chemische Zusammensetzung

Linaloolhydroperoxide — Oxidationsprodukte des Linalools. Erhöhen das Sensibilisierungspotenzial. Entstehen bei unsachgemäßer Lagerung. → Lagerung

Linalooloxid — Natürliche Oxidationsprodukte (cis und trans). 1–5 % in frischem Öl. Über 5 % = Alterungsindikator. → Reinheitsmarker

M

MHK — Minimale Hemmkonzentration. Maß für antimikrobielle Wirksamkeit. Rosenholzöl vs. S. aureus: 0,5–2,0 mg/ml. → Therapeutische Eigenschaften

Monoterpenalkohol — Chemische Klasse, zu der Linalool gehört. Gelten als sicherste Verbindungsklasse in ätherischen Ölen. → Chemische Zusammensetzung

N

Non-Detriment Finding — Wissenschaftliche Bestätigung, dass eine CITES-Ernte den Artbestand nicht gefährdet. Voraussetzung für Exportgenehmigung. → CITES erklärt

O

Optische Drehung — Physikalischer Kennwert. Rosenholzöl: -4° bis +2°. Ho-Holzöl: -10° bis -20°. Einfachster Unterscheidungstest. → Reinheitsmarker

P

Pau-Rosa — Portugiesische Bezeichnung für den Rosenholzbaum. In Brasilien gebräuchlich. → Nomenklatur

Patch-Test — Hautverträglichkeitstest. 1 % Verdünnung am Unterarm, 24 Stunden warten. → Sicherheitsleitfaden

Pharmazeutische Qualität — Marketingbegriff ohne definierte Bedeutung für Rosenholzöl (kein Pharmakopöe-Eintrag). → Pharmazeutische Qualität

R

Retentionszeit — Zeit einer Verbindung in der GC-Säule. Dient zur Identifikation. → GC/MS-Analyse

RIFM — Research Institute for Fragrance Materials. Führt Sicherheitsbewertungen von Duftstoffen durch. → Sicherheitsleitfaden

Rosewood Project — IFEAT-koordinierte Initiative zur Wiederaufforstung im Amazonas. → Wiederaufforstung

S

Sesquiterpene — Schwer flüchtige Terpenverbindungen. In Rosenholzöl: α-Copaen, β-Elemen. Verantwortlich für den „Bois”-Charakter. → Chemische Zusammensetzung

Spurenprofil — Die Gesamtheit aller Nebenkomponenten (7–20 %). Entscheidend für Authentizität und Qualität. → Reinheitsmarker

T

Tisserand, Robert — Weltweit führende Autorität für die Sicherheit ätherischer Öle. Autor von „Essential Oil Safety”. → Sicherheitsleitfaden

Trägeröl — Fettes Pflanzenöl zur Verdünnung ätherischer Öle. Empfohlen: Jojoba, Süßmandel, Hagebutte. → Hautpflege-Formulierung

V

Verfälschung — Manipulation eines Öls: Artensubstitution, synthetische Streckung oder Verdünnung. → Verfälschungen erkennen

Verdünnung — Mischung von ätherischem Öl mit Trägeröl. Pflicht bei jeder Hautanwendung. → Sicherheitsleitfaden

W

Wasserdampfdestillation — Standardverfahren zur Gewinnung ätherischer Öle. Dampf löst flüchtige Verbindungen, Kondensation trennt Öl von Wasser. → Wasserdampfdestillation